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Titelkampf

Titelkampf

Samstag, 7. April 2012 - Was hat der TV-Plüschhase Cäsar aus meiner Kindheit mit mir gemeinsam?

Nein, ich meine nicht, dass ich als Kind eine Zahnspange tragen musste und deswegen von einigen Klassenkameraden "Hase Cäsar" genannt wurde. Die Haare in den Ohren sind es auch nicht, da habe ich nämlich keine. Und auf weitere Parallelen, die es zwischen einem Hasen und mir noch geben könnte, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.
 
Es geht vielmehr um eine Sache, die speziell diesen einen Hasen namens Cäsar betrifft.
 
Bevor ich das Rätsel auflöse, hole ich mal ein wenig aus:
Beinahe täglich erleben wir in den Medien Wichtigtuer Menschen mit Amt und Würden, die anderen Menschen ohne Amt und Würden deutlich klarmachen, dass sie gesellschaftlich über ihnen stehen und von Dingen, die sie eigentlich gar nicht verstehen, viel mehr Ahnung haben. Beispiele dafür gibt es nicht nur in der Welt der Politik und Wirtschaft. Auch im persönlichen Umfeld trifft man immer wieder auf solche Exemplare.
 
Aus den Nachrichten der vergangenen Monate dürfte inzwischen jeder mitbekommen haben, dass ein Titel dermaßen wichtig ist, dass manche Menschen für die schnellstmögliche Erlangung sogar ihre berufliche Zukunft, beispielsweise als Verteidigungsminister, auf das Spiel setzen.

Aber zurück zum Hasen Cäsar.

Anfangs noch ein normaler Plüschhase, mutierte er in späteren Sendungen zum Doktor und nannte sich ab 1972 "Dr. h.c. Cäsar". Und das ganz ohne Doktorarbeit, denn das "h.c." ist die Abkürzung für das lateinische "honoris causa" und bedeutet übersetzt "der Ehre wegen". Es handelt sich also um eine Ehrendoktorwürde, die dem fusseligen Schlappohr für eine gute Tat verliehen wurde.

Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es in der heutigen Ellbogengesellschaft sehr hilfreich sein kann, wenn man ebenfalls einen Titel trägt.

Und nach langem Grübeln habe ich mir vorgenommen, mir einen aussagekräftigen Titel zuzulegen, damit ich endlich auch einmal ernstgenommen werde.

Mein Anspruch war allerdings von Anfang an, diesen Titel nur auf ehrliche Art und Weise zu erwerben. Schließlich möchte ich nicht in einigen Jahren wegen so einer Nachlässigkeit meinen Ministerposten (oder was auch immer ich sonst einmal innehaben werde) abtreten müssen. Und wenn ich den Titel auch noch erhalte, ohne zuvor eine aufwendige Doktorarbeit schreiben zu müssen – umso besser!

Und genau diesen Plan habe ich jetzt in die Tat umgesetzt.

Aufgepasst, werte Fangemeinde!

Ab sofort lautet meine komplette Anrede:

Dr. h.c. Gerd Schiefer

Um ganz genau zu sein:

Gerd Schiefer, Dr. h.c. of Ministerial Education, MLDC Institute (USA)

Nein, liebe Leute, das ist kein Witz. Wirklich nicht! Und ganz sicher auch kein verspäteter Aprilscherz.

Zum Beweis habe ich meine Ernennungsurkunde eingescannt:


Das Ausstellungsdatum lässt es vielleicht vermuten, jedoch ist es KEIN Aprilscherz!

Wie man sehen kann, habe ich meinen Titel ganz legal bei der "Miami Life Development Church" erworben. Man könnte auch sagen "käuflich erworben", genaugenommen habe ich nämlich als gute Tat eine Spende getätigt und dafür als Dankeschön eine Ehrendoktorwürde verliehen bekommen.

Und das nicht etwa in einer kleinen Bananenrepublik am Ar… der Welt, sondern in einer ziemlich großen, nämlich den USA!

Meinen Doktortitel darf ich nun überall auf der Welt offiziell verwenden. Natürlich nur unter Nennung der Ehrenwürde und des erteilenden Instituts. Aber dann selbstverständlich auch in Deutschland.

Und so könnte meine Visitenkarte ab jetzt aussehen – alles rechtlich einwandfrei:


Das Motto unter meinem Foto zeugt von Selbstvertrauen, Entschlossenheit und Durchsetzungskraft.
So etwas wird heutzutage hoch anerkannt und respektiert, da bin ich mir sicher.

Und was ändert sich dadurch, dass ich nun einen Doktortitel besitze?

Für mich:
Und für andere:
  Ich bin jetzt wichtig!
Ich bin jetzt wichtig!

Ach ja, eine Kleinigkeit ändert sich zusätzlich:
Ab dem heutigen Tag verbitte ich mir jeglichen Titelmissbrauch, wenn über mich gesprochen oder geschrieben wird!

Also nicht mehr:
In Zukunft bitte korrekt:
  "Der Prof. glaubt wohl, dass er..."
"Der Herr Doktor ist der Überzeugung, dass..."

Klingt doch auch gleich viel besser, oder?

Apropos "Prof.": Man kann übrigens auch einen Professorentitel erwerben und in Kombination mit einem Doktortitel wird er sogar noch etwas günstiger. Ich wollte aber nicht anmaßend erscheinen und habe es daher erst mal nur beim Doktortitel belassen.

Sollte es jemanden geben, dem auch eine Kombination aus Professoren- und Doktortitel noch nicht ausreicht, um die eigene Wichtigkeit zu unterstreichen, der kann sich im Internet noch einen Adelstitel dazukaufen. Dieser kann problemlos in den deutschen Personalausweis eingetragen werden. Zwar nur unter der Rubrik "Ordens- oder Künstlername", da mit Artikel 109 der Weimarer Verfassung von 1919 sämtliche Adelstitel in Deutschland abgeschafft wurden. Ich dürfte mich dann beispielsweise nicht "Graf Gerd von Schieferstein" nennen, sondern "nur" "Herr Gerd Schiefer, Graf von Schieferstein". Aber einem echten Hochstapler Adelsfan dürfte diese Nebensächlichkeit herzlich egal sein.

Den Tipp mit dem Doktortitel sollte ich vielleicht an Herrn zu Guttenberg weiterreichen. 150,- € wird er von seinem Entlassungsgeld vielleicht noch übrig haben, dann muss er nicht noch einmal mühevoll eine weitere Doktorarbeit kopieren schreiben.

An dieser Stelle wette ich, dass ich Gedanken lesen kann:
Sie fragen sich jetzt garantiert: "Wie bitte? 150,- €? Warum gibt der Spinner so viel Geld für diesen Unsinn aus? Hat er zu viel davon?"

Na, lag ich richtig?

Es gibt gleich mehrere Gründe:

  • Erstens, weil es unheimlich witzig ist. Für mich jedenfalls schon.
  • Zweitens hat das mal wieder für einen neuen Artikel auf meiner Webseite gesorgt, das war es mir wert.
  • Drittens bleibe ich damit im Gespräch. Wirklich wichtig sind auf dieser Welt nämlich immer nur die Menschen, über die ständig gesprochen wird. In welcher Form und mit welchem Titel auch immer.
  • Und viertens: Habe ich an irgendeiner Stelle meines Artikels behauptet, ich selbst hätte 150,- € dafür ausgegeben?

Der Doktortitel wurde mit einer Spende "bezahlt" und mir dafür im Gegenzug rechtmäßig verliehen. Soweit richtig. Allerdings wurde er in meinem Fall fast komplett von einem amerikanischen Unternehmen gesponsert, daher musste ich nur einen winzigen Bruchteil des eigentlichen Preises bezahlen.

Hätte ich vorhin bei McDoof gegessen, wäre ich ziemlich sicher mehr Geld losgeworden. Und ich bin bestimmt nicht verfressen! Stattdessen: Diät und Doktorwürden. Manchmal muss man im Leben die richtigen Prioritäten setzen.

Und wer weiß, vielleicht wird in Kürze mal wieder ein neuer Minister oder Bundespräsident benötigt, das kommt ja immer wieder mal vor. Dann könnte ich mich ab jetzt ebenfalls bewerben, denn eine anscheinend wichtige Voraussetzung erfülle ich nun auch.

Der Posten des Außenministers würde mir übrigens zusagen...


Guido, wie schaut's aus? Wie lange lässt Dich Angela noch im Amt?

Wer mehr über meinen kleinen Spaß, denn als mehr sehe ich es wirklich nicht, erfahren möchte:
doktortitel-kaufen.net und adelstitel-kaufen.com.

Und wer Hase Cäsar nicht kennt: Bildungslücke - setzen und nacharbeiten!


Abschließend noch eine Bitte:

Wer mich mag, nennt mich bitte auch weiterhin einfach nur "Gerd" bzw. für Fremde "Herr Schiefer". Alle anderen können mich mal... ...mit korrektem Titel anreden, meine ich natürlich.




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